Projekt

Was ist das #vieleLeben-Projekt?

Seit rund 10 Jahren sind soziale Medien wie Facebook, WhatsApp und Instagram nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Sie prägen unseren Alltag und unser Verständnis von Persönlichkeit und Individualität. Durch die Schnelllebigkeit dieser Medien ist eine psychologische-pädagogische Betreuung von Kindern und Jugendlichen durch Erwachsene größtenteils nicht möglich. Daher ist es an der Zeit, dass wir junge Menschen selbst beginnen über soziale Medien zu reflektieren und diese bewusst zu nutzen. Vor diesem Grundgedanken entstand die Idee zu einem medienpädagogischen Projekt von und für Jugendliche Das Projekt wurde von der Planungs- und Koordinierungsstelle Gesundheit (QPK)m und dem Fachreferat Jugend(Sozial)Arbeit im Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf initiiert. Die Förderung erfolgte durch die Senatsverwaltungen für Finanzen und der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung mit dem Ziel gemeinsam mit Jugendlichen Auswirkungen von InfluencerInnen auf sozialen Medien künstlerisch wie auch medienpädagogisch zu erforschen. Dabei sollten Fragenstellungen von Gender, Medienkompetenz und Suchtprävention im Vordergrund stehen. Die Leitung und künstlerische Umsetzung dieses Projekts wurde Annika Gebhard, zum damaligen Zeitpunkt 18 Jahre alt, und ihrer freien Theatergruppe Die Debütanten aufgetragen. Insgesamt erarbeiteten ca. 15 junge Menschen im Alter von 14-20 von unterschiedlichen Schulen und Universitäten aus dem Bezirk Berlin Steglitz-Zehlendorf selbstständig das multimediale Theaterprojekt #vieleLeben.

Inhaltliche Grundlage der Inszenierung ist die im Winter 2019 veröffentlichten Studie „Weibliche Selbstinszenierung in den neuen Medien“ der MaLisa-Stiftung. Diese Studie zeigt mit erschreckender Deutlichkeit, dass Influencerinnen ein stereo-typisches Rollenbild verkörpern und ihre jungen weiblichen Fans in deren Verhalten drastisch beeinflussen können.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Da alle Beteiligten selbst NutzerInnen von sozialen Medien sind, bedeutete die Entwicklung des Theaterstücks zunächst eine Reflektion des eigenen digitalen Konsumverhaltens. Am 04. Dezember 2019 hatte #vieleLeben im Campus Albert Schweitzer in Steglitz seine Premiere. Im Anschluss an die Aufführung fand ein Podiumsgespräch mit den InfluencerInnen Strify, Nona und Sandi moderiert von zwei Jugendlichen aus Steglitz-Zehlendorf statt.

Es wurde über die Vorbildfunktion von InfluencerInnen insbesondere hinsichtlich der Geschlechterdarstellung, die kommerzielle Offenlegung des Privatlebens und mögliche Risiken eines Vermarktungsdrucks diskutiert. 

Anderthalb Monate später wurde das Theaterstück ein zweites Mal aufgeführt, wieder mit denselben Diskussionsgästen, aber diesmal vormittags und dezidiert nur für Schulklassen.

Dieses Konzept wollen wir in Zukunft weiter fortsetzen: mehr Schulklassen sollen von diesem Social Media-kritischen Projekt erfahren und im besten Fall davon profitieren. Wir sind uns sicher, dass sich Jugendliche am besten selbst mit den Gefahren und Problemen von sozialen Medien auseinandersetzen sollten. 

Und warum eigentlich #vieleLeben? In einer Welt, in der einem alle Möglichkeiten offenstehen und man alles werden kann, was man will, da gibt es viele Leben zu leben. Aber diese Freiheit kann auch schnell überfordern. Daraus entsteht ein Verlangen nach Idealen und Vorbildern, die einem zeigen, wie man zu leben hat. Dann wird aus vielen möglichen Lebensentwürfen schnell nur noch ein einziger Lebensweg. 

Mitwirkende: 

Regie und Idee – Annika Gebhard

Film, Schnitt, Video Editing – Janina Grulich

Musikalische Leitung, Sound Design, Bühne – Leon Fiedler

 

Schauspiel:

Alina Ullrich

Rabea Luft

Lars Seerig

Arthur Becker

Klarissa Krause

Franka Siemann 

Elisabeth Burger

Leon Fiedler 

Jonas Bär

Emma Gerlach

 

Moderatoren:

Lea Rosanke 

Rufus Franzen

Lucia Maceroni 

Emma de Bourdeille

Das #vieleLeben Team dankt Alexander Skoczowsky, dem Leiter des Haus der Jugend, dem ganzen Haus der Jugend Team und Christian Galli, dem Leiter des Campus Albert Schweitzer.

Technik: 

Kai Otte, Carl Bergerard, Rouven Heim 

Projektinitiative:

Tanya d’Agostino, Ralf Hepprich